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7. Februar 2017

Atmos von Marc Newson

Jaeger-LeCoultre Atmos 

Die Tischuhr Atmos der Manufaktur Jaeger-LeCoultre ist einer der geheimnisvollsten Zeitmesser auf dem Markt. Diese vollkommen mechanische Uhr funktioniert, ohne dass man sie aufziehen muss. Das raffinierte System, das einem Perpetuum Mobile recht nahe kommt, wurde 1928 vom Schweizer Léon Reutter erfunden, der in seinem Berufsleben medizinische Instrumente entwickelte. Die Uhrenmanufaktur, die damals noch LeCoultre hiess, kaufte ihm das Patent ab und entwickelte das Uhrwerk zur Serienreife.

Die Atmos „ernährt“ sich von geringsten Temperaturschwankungen, welche dafür sorgen, dass eine elastische Metalldose, die mit einem temperaturempfindlichen Gas gefüllt ist, sich bei Wärme ausdehnt und bei Kälte kontrahiert. Die dabei entstehende Hin-und Herbewegung wird genutzt, um ein Federhaus aufzuziehen. Das Uhrwerk tickt mit einer gemächlichen Schwingung pro Minute und verbraucht dadurch extrem wenig Energie. Die magisch rotierende, hängende Unruh ist bei den meisten Modellen frontal sichtbar und stellt das einzige Element dar, dessen Bewegungen sich von blossem Augen erkennen lassen.

Die schönsten Atmos-Modelle entstanden in den zwanziger und dreissiger Jahren, als der für Jaeger-LeCoultre so prägende Einfluss des Art Déco noch präsent war. Aussergewöhnlich waren auch die verrückten Entwürfe der Siebziger.

Um die Atmos zu verjüngen und einem neuen Publikum zugänglich zu machen, bat die Manufaktur im Jahr 2008 den bekannten Industriedesigner Marc Newson erstmals, der mysteriösen Pendulette ein neues Kleid zu schneidern. Newson gehört zu den einflussreichsten Designern der Gegenwart. Die Apple Watch ist wohl das Produkt aus seinen Händen, das in letzter Zeit am meisten von sich reden gemacht hat. Er ist ein überzeugter Verfechter weicher, organischer Formen, sogenannter Handschmeichler. So erstaunt es nicht, dass seine bisherigen Entwürfe für Jaeger-LeCoultre, die Atmos 561 von 2008 und das Modell 566 aus dem Jahr 2010 sich durch gerundete Formen auszeichnen, die an Science-Fiction Filme denken lassen. Die Mechanik des Uhrwerks fasziniert den 53-jährigen Australier so sehr, dass er sie in mundgeblasenes Baccara-Glas einkleidete.

Nun ist es wieder soweit: Jaeger-LeCoultre hat Newson erneut freie Hand gelassen. Herausgekommen ist eine transparente Atmos ganz aus Glas, die sich optisch und von der Machart ihrer Vorgängerinnen unterschiedet, obschon ihr Gehäuse aus derselben Glasmanufaktur stammt: Baccara. Der hohle Glaskörper der Atmos 568 wurde gegossen und wirkt durch die dickeren Wandstärken massiger. Seine Form erinnert an einen hochkant gestellten Eiswürfel, in dem die Mechanik gefangen ist. Die Zifferblattseite wird von einer verzerrungsfreien Glasscheibe gebildet, die zum Einstellen der Zeit abgenommen werden kann.

Das neue Modell der Atmos ist eine gelungene Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Während das Glas und die drinsteckende Technik archaisch wirken, bildet das Design einen frischen Blickfang für jeden geschmackvoll eingerichteten Wohnraum. Preis: CHF 27’500.-

Jaeger-LeCoultre Atmos